Kostenloses Affiliate-Netzwerk

Kostenloses Affiliate-Netzwerk

Ein Affiliate-Netzwerk ohne Netzwerkprovision? Das ist das Versprechen von affiliwelt. Wie ernst kann man solche Angebote nehmen und was steckt wirklich dahinter? Sollte man als Advertiser auf so ein Lockangebot eingehen?

Als erstes kostenloses Affiliate-Netzwerk in Deutschland will sich affiliwelt etablieren. Heute morgen wurde eine Pressemitteilung via E-Mail mit dem Titel „Keine Netzwerkprovision mehr bei affiliwelt.net versendet. Inhalt dieser Mail ist, das die Marktüblichen 30% Netzwerkprovision ein großes Ärgernis für Kunden darstellt. Jörg Reisener (Geschäftsführer von affiliwelt) wird mit den Worten

[right_image link=“URL-HERE“]http://www.affiliatemarketing.de/wp-content/uploads/2014/08/joerg-reisener.jpg[/right_image]

„Momentan ist viel vom Bedeutungsverlust der großen Netzwerke die Rede – und sogar schon von Resterampen“ Weiter sagt er „Marken und Agenturen ziehen Private Networks auf, um der Stagnation und den horrenden Betreibergebühren der Netzwerke zu entgehen. In dieser ‚Stunde null‘ etabliert sich als Trendsetter der Branche – denn mit dem heutigen Tage entfallen die Netzwerkgebühren. Marken und Agenturen haben mitnun die ideale Plattform, um ihre Partnerprogramme effektiv und kostengünstig zu betreiben.“ zitiert.

Hier wird wieder auf die Mär eingegangen, dass eine Netzwerkprovision  von 30% viel zu hoch sei. Die Frage die sich ein Advertiser und das Netzwerk lediglich stellen müssen ist odch vielmehr, was eine gerechte Vergütung für die Leistung eines Netzwerks sein sollte. 

Vergleichen wir doch mal folgendes Beispiel: Kunde A ist ein Telekommunikationsanbieter mit Vergleichsweise hohen CPOs. Ein Anbieter von Tiernahrung hat vergleichsweise einen kleinen CPO. Die Kosten für das Tracken eines Sales beider Kunden sind in der Regel jedoch gleich.Bei dem einen wird jedoch vielleicht 30€ Netzwerkgebühr und bei dem anderen vielleicht 30 Cent abgerechnet.

Sind 30% zuviel, oder sogar zu wenig? 

Werfen wir doch mal einen kurzen Blick in den Bereich Display. Hier zahlt der Advertiser entweder einen CPC oder TKP. Hier wird in der Abrechnung aber nur in den allerseltensten Fällen die Marge, die sich das Werbenetzwerk nimmt transparent gegenüber dem Advertiser ausgewiesen. Margen im Displaybereich sind nicht selten teilweise 50% und höher. Dazu ist der Aufwand eine Displaykampagne auszuliefern noch weitaus geringer als einen validen Sale zu generieren, der am Ende auch erst noch bestätigt werden muss, damit ein Netzwerk eine Netzwerkprovision erhalten kann.

Wer bereits auf beiden Seiten gearbeitet hat, und hiermit meine ich den Display Bereich und auf Affiliate-Netzwerk-Seite wird mir sicherlich zustimmen, dass der Aufwand ein Partnerprogramm zu betreuen, den Publisher und Advertiser Support zu regeln weitaus höher ist, als eine Displaykampagne auszuliefern. Wenn der Aufwand hier höher ist, warum sollte dann die Marge die man dafür verlangt kleiner sein?

Richtig ist auf jeden Fall, das ein Netzwerk anhand des tatsächlichen Aufwands vergütet werden sollte. Die Zeiten sind definitiv vorbei, dass ein Advertiser z.B. 100.000€ Netzwerkfee pro Monat bezahlen muss, wenn zeitgleich die Kosten des Netzwerks vielleicht bei 10% liegen. 

Solidarisch?

Auf der anderen Seite haben wir aber auch die anderen Fälle. Ein kleiner Advertiser, der vielleicht im Monat 200€ Netzwerkfee generiert, generiert durch Anrufe und anderen Aufwand vielleicht sogar 120% Kosten! Jetzt könnten wir hier zur Philosophischen Frage gelangen: Ist vielleicht ein Netzwerk ein solidarisches System? Wo die großen die kleinen mitfinanzieren müssen? Denn ein Netzwerk zeichnet sich schliesslich durch viele Teilnehmer aus. Hätten wir im Affiliate Marketing vielleicht nicht so viele kleine, die sicherlich auch bei 30% unprofitabel laufen, hätten wir vielleicht auch nicht so viele Publisher, die wiederum den großen zur Verfügung stehen. Vielleicht sind wir alle zusammen eine kleine Familie, wo der Große die Kleinen unterstützt. 

Automatisierung und leistungsgerechte Vergütung

Ich glaube nicht an ein Solidarsystem, ich glaube daran, dass Netzwerke sich technisch so aufstellen müssen, dass die meisten Supportfälle möglichst effizient abgebildet werden können. Netzwerkfunktionen müssen im Selbstbedienungsmodus wie bei Google funktionieren. Das einstellen von Provisionen, versenden von Newsletter, das Aufsetzen neuer Programme müsse vom Advertiser oder der Agentur direkt selbst gemanagt werden können. 

Die Netzwerke sind intern teilweise einfach zu sehr mit administrativen Aufgaben beschäftigt die Kosten verursachen und somit dazu führen dass das Geschäft nicht effizient betrieben werden kann. Wer sich kostenseitig besser aufstellt, wird auch die Möglichkeit haben eine kosteneffizientere Vergütungsstruktur anzubieten. Mit einer kostengünstigeren Vergütungsstruktur meine ich nicht eine 0% Netzwerkfee. Hier wird der Versuch gestartet über andere Modelle Geld zu verdienen. Hier soll u.a. mit

  • Versendung von Newslettern
  • Zulassen von Partnern
  • Aktionsmailing
  • Advertiser des Monats

Geld verdient werden. Das interessante hierbei ist doch, dass jeder Advertiser, der bereits obige Aktionen bei dem Netzwerk seiner Wahl gemacht hat, weiß dass das Resultat aus solchen Werbemaßnahmen in der Regel eher mau ist. Darüber hinaus zähle ich Mailings und Kommunikation an Publishern als Grundfunktionalität in einem Netzwerk. Wie kann ein Unternehmen ohne Einnahmequelle aus einer Hauptfunktion (Tracken von Sales & Leads) zukünftig seriös und zuverlässig funktionieren und sich in Funktionsumfang weiterentwickeln?

Richtige Vergütungsstruktur

Ein wichtiger Punkt, der mir zum Thema Netzwerkfee einfällt ist das große Problem Fraud. Jedes Netzwerk hat Fraud in seinen Reihen, jedes Netzwerk versucht Fraud so gut wie nur möglich zu bekämpfen. Das große Problem liegt hierin aber wieder an der Netzwerkfee. Fällt es einem Netzwerk doch sicher schwerer sich von einem Partner zu trennen, der viel Umsatz mit fragwürdigen Mittel generiert. Vor allem wenn man diesen Partner aus dem Netzwerk entfernt und man sich sicher sein kann, dass er woanders weitermacht. 

Ich glaube der prozentuale Anteil am Sale als Vergütungsmodell entspricht einfach nicht mehr der heutige Zeit. Jedes Netzwerk sollte sich überlegen, wie hoch die tatsächlichen Kosten z.B. für einen getrackten Sale sind. Zu diesen Kosten rechnet man die Marge hinzu, vlt. 15%-20% und schon ist ein erster richtiger Schritt in eine faire Netzwerkvergütung getan. Das heißt in Zukunft rechnet man dann pro getracktem Sales ab, unabhängig, ob dieser valide ist. Zusätzliche Vergütungsmöglichkeiten stellen Agenturleistungen dar, die fair anhand der zur Verfügung gestellten Stunden abgerechnet werden können. 

Die Erfahrung zeigt auch, dass Kunden die nicht bereit sind für eine Leistung einen fairen Preis bezahlen zu wollen, auch bei anderen Dienstleistungen eher knauserig sind..

Zum Schluss sei noch zu erwähnen, dass die AGB auf der Seite von affiliwelt.net in diesem Bereich noch nicht angepasst sind. Unter Abschnitt 7.5 wird immer noch 30% als Fee aufgerufen. Daher zunächst die Anpassungen abwarten und dann anmelden.

agb-affiliwelt

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